Erfahrungsbericht: Unter Selfpublishern

Guten Tag in die Buchmacherrunde,

dieser Beitrag enthält ein Fazit über alles, was ich bisher als Selfpublisher erlebt habe, was durchaus eine lange Geschichte ist.

Im Mai 2014 habe ich mein erstes Buch, Orca: Zeit der Schatten, zum ersten Mal als Ebook bei http://www.epubli.de eingestellt. Allerdings benötigte ich damals schon die Hilfe eines Mitarbeiters, denn im Blindflug ist es mir nicht gelungen das Cover wie gefordert in die Epubdatei einzufügen. Der Tausendsassa Calibre ist nicht barrierefrei. Ansonsten kam ich sehr gut mit dem Eingabeformular zurecht. Ich habe das Ebook allerdings kurze Zeit später wieder entfernt. Denn es zeigte sich, dass ich mich zu blauäugig darauf eingelassen hatte, mich mit einer Kollegin auszutauschen. „Korrigierst du für mich, korrigiere ich für dich!“

Wie in diesem Blog an anderer Stelle schon beschrieben, hielt ich mich nach dieser Erfahrung für ungeeignet als Selfpublisher zu arbeiten und wendete mich ungefähr ein Jahr später an http://www.windsor-verlag.de. Dort erschien am 18. Juni 2015 mein erstes Buch.

Es ist wohl inzwischen üblich, dass Autoren nicht nur bei den bösen DKZV vor allem bezogen auf die Werbung alles oder doch zumindest fast alles selbst machen müssen. Der Autor ist nicht umsonst im wahrsten Sinne des Wortes, der der es selbst macht. 😉 Also versuchte ich es mit Felicitas: Die ersten sieben Leben eines Pumas, noch einmal als Selfpublisher. Ich entschied das Buch zuerst als Ebook zu veröffentlichen und zwar als Crowdfundingprojekt. Die beiden speziellen Dienstleister für Buchveröffentlichungen http://www.nextbookup.de und https::7//www.100fans.de sind nicht barrierefrei. Bei Nextbookup weiß ich nicht, ob die Plattform überhaupt noch in Betrieb ist. Denn man kann sein Manuskript an eine Emailadresse senden, bekommt aber keine Antwort, auch keine Ablehnung. Und zeitweilig war die Internetadresse überhaupt nicht verfügbar.

Bei http://www.neobooks.com und http://www.twentiysix.de wird Selfpublishern versprochen, dass ihr Ebook, wenn es im Ranking einen der ersten Plätze erreicht, möglicherweise von einem Verlag entdeckt wird. Neoboots arbeitet mit der Holzbrinkgruppe zusammen. Und Twentysix ist ein Partner von Randomhouse. Auch bei diesen beiden Portalen scheiterte ich an den Eingabeformularen, z. B. an der Preisauswahl. Also versuchte ich es wie beim ersten Mal bei http://www.epubli.de. Aber die Plattform kooperiert inzwischen mit Neoboots und hat die Eingabeformulare an diejenigen von Neoboots angeglichen.

Als ich im Juni dieses Jahres erfuhr, dass Amazon auch in diesem Jahr wieder den Kindle Story Teller Award durchführt, habe ich mich bei KD-Select von Amazon angemeldet und mein Ebook im epubformat hochgeladen. Das funktionierte recht gut. Allerdings wurde beim Upload das Cover verstümmelt. Und niemand kann mir erklären, wie es dazu gekommen ist. Denn als ich die Datei an jemanden versendet habe, war sie vollkommen intakt. Was ich in den beiden Monaten, die Felicitas jetzt als Ebook im Kindestore verfügbar ist, gelernt habe, ist, das Gratisaktionenn Downloads aber keine Leser bringen. Und im Blindflug erlangt ein Selfpublisher nur mit großer Mühe einen Überblick über die Berichte, in denen die Verkaufszahlen, gelesenen einen und Tantiemen aufgelistet werden..

Ursprünglich wollte ich den Roman als Taschenbuch bei Freespace, dem Portal, das mit Amazon zusammenarbeitet, publizieren. Ich gebe aber zu, dass ich aufgesteckt habe. Denn obwohl Mira Alexander http://www.miraalexander.de mir umsichtig bei den Formatierungen des Manuskripts und des Umschlags geholfen hat, traute ich mir nicht zu, eine Printversion in einem englischsprachigen Portal einzustellen, ohne etwas sehen und damit selbst einigermaßen einschätzen zu können, wie das Ergebnis ausgefallen ist. Schließlich geht es bei der Erstellung von gedruckten Büchern um viele visuelle Aspekte.

Bei meinen Streifzügen im Web fand ich schließlich http://www.boookmundo.de, ein Portal, das von unterschiedlichen Buchhandlungen für Selfpublisher verfügbar ist. Auch bei diesem Anbieter funktionierte die Veröffentlichung meines Buches nicht auf Anhieb. Allerdings konnten die Probleme in Zusammenarbeit mit Mira Alexander und einem Mitarbeiter von Bookmundo schnell und unbürokratisch gelöst werden, sodass mein Roman am 16. August veröffentlicht werden konnte.

Ich habe in den letzten zweieinhalb Monaten viel Lehrgeld bezahlt.
1. Viele Selfpublisherplattformen kommen für mich überhaupt nicht in Frage. Ich habe sie nicht alle in diesem Beitrag erwähnt.
2. Vor Unfällen bin ich trotz großer „vor- und Umsicht“ nicht gefeit. (s. Ebookcover) 😉
3. Für mich gilt in besonderer weise: „Selbst veröffentlichen heißt in Zusammenarbeit mit anderen selbst bestimmen und verantworten aber nicht alles allein machen!“
4. Es gilt auch, auf bestimmte Aspekte noch besser zu achten, z. B. auf die Zusammenhänge von Buchformat und Preis. Denn in den Portalen gibt es geläufigere Formate, die günstiger hergestellt werden. Der nächste Band des Felicitasprojekts wird weniger Seiten haben und wahrscheinlich im DIN A5-Format erscheinen, was ja sehr gut passt, da Felicitas immer in Kladden in dieser Größe schreibt.

Und es geht weiter. Wenn die Frist bei KDP-Select am 27. September endet, werde ich sie nicht verlängern, sodass der erste Felicitasroman auch an anderer Stelle als Ebook erscheinen kann. Wahrscheinlich wird die Version, die Leser auf anderen Ebookreadern lesen können, ebenfalls bei http://www.bookmundo.de erscheinen.

Liebe Grüße

Paula Grimm

P. S.: Inzwischen findet Ihr alle Buchformate meiner Bücher unter anderem auf meiner Autorenseite bei Amazon: http://www.amazon.de/-/e/B00KOR0UUY <http://www.amazon.de/-/e/B00KOR0UUY>.

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Autor: Texthase Online

Diesen Blog führe ich seit dem 16. November 2012. Als Autorin benutze ich das Pseudonym Paula Grimm. In diesem Blog findet Ihr nicht nur Prosatexte, Haikus und Essays sondern auch Wissenswertes über das Schreiben, Barrierefreiheit, Internetshops und Webseiten, die ich bei meinen Streifzügen durch das Web finde und alles, was mich privat und beruflich interessiert. Christiane (Texthase Online)

4 Kommentare zu „Erfahrungsbericht: Unter Selfpublishern“

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